Wie Jugendliche lernen, mit Geld umzugehen

Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld wird für viele unserer Jugendlichen immer wichtiger. Ein grosser Teil von ihnen arbeitet bereits während der Ausbildung in Teilzeit, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Umso bedeutender ist es, früh zu lernen, wie man Geld plant, spart und sinnvoll einsetzt.

Rund 40 Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse nahmen heute am Workshop von Vannak und Kao Ay teil. Gemeinsam diskutierten sie den Unterschied zwischen „etwas wollen“ und „etwas wirklich brauchen“ und sammelten Beispiele dafür, was sie im Alltag kostenlos nutzen können. Ein Aha-Moment entstand, als Vannak und Kao Ay vorrechneten, wie viel sich mit kleinen, regelmässigen Sparbeträgen über Monate und Jahre hinweg ansammeln kann.

Ein zentrales Thema war auch der Umgang mit Krediten, ein reales Problem in Kambodscha. Viele Menschen verlieren ihr Hab und Gut, weil sie die enorm hohen Zinsen nicht mehr zahlen können. Anhand konkreter Beispiele zeigten Vannak und Kao Ay, wie schnell sich Schulden vervielfachen und wie riskant Kredite sind.

Danach wurde es praktisch: Die Jugendlichen erhielten den Auftrag, mit 10’000 kambodschanischen Riel (entspricht CHF 2) drei Mahlzeiten für drei Personen einzukaufen. Verschiedene „Marktstände“ boten Gemüse, Früchte, Fleisch und Fisch an und das simulierte Einkaufen sorgte nicht nur für viele Lacher, sondern auch für überraschende Erkenntnisse: Welche Zutaten eignen sich für mehrere Mahlzeiten? Wie unterscheiden sich die Preise von frischen Produkten im Vergleich zu Fertiggerichten? Und wie lässt sich auch mit einem kleinen Budget gesund und abwechslungsreich kochen?

Solche Übungen zeigen eindrücklich, wie wichtig finanzielle Bildung für den Start in die Selbstständigkeit ist und wie viel Freude Lernen machen kann.